Thamm van Balen, Wilhelm-Gymnasium Braunschweig
Sehr verehrte Frau Gruner,
lieber Herr Gruner,
sehr geehrter Herr Ltd. Städt. Direktor Schebesta,
verehrte Gäste aus Nah und Fern!
Vor wenigen Augenblicken haben wir hier im Hause 950 Zeugnisse ausgegeben. Zeugnisse ziehen Bilanz und schließen einen Zeitraum ab; sie halten aber auch dazu an, den Blick nach vorn zu wenden und Ziele neu zu bestimmen. Dokumentiert sind Kenntnisse und Fähigkeiten, aber auch Einsatz und Ausdauer.
Lehrer bekommen keine Zeugnisse – sie haben nie die Chance, aus erster Hand zu erfahren, welchen Menschen in der Schule sie etwas bedeuten und weshalb sie möglicherweise hochgeschätzt sind. Nur aus verschiedenen Anzeichen erschließen sie, ob ihre Arbeit, mühsam und kräftezehrend jeden Tag, Früchte trägt.
Diesem Mangel wollen wir heute abhelfen.
Tausende von Zeugnissen hat unser Kollege Manfred Gruner mitgeschrieben und auch unterschrieben, heute braucht er nicht mehr zu tun als das eigene Zeugnis entgegenzunehmen. Weil aber die Schulzeit, die darin erfasst ist, nicht e i n Halbjahr beträgt, sondern mehr als 85 Halbjahre, kommen wir mit einem konventionellen Zeugnisblatt, gar nur mit schnöden Ziffern beschriftet, nicht aus; wir greifen lieber zur Form des ausdifferenzierten Berichts, erstellt und hier vorgetragen von verschiedenen Anwesenden, die zu dem Lehrer, Rektor, Mitglied der Schulleitung des Wilhelm-Gymnasiums und WG-Außenstellenleiter Manfred Gruner gesicherte Angaben machen können.
Als Mitwirkende bei der Erstellung dieses (mündlichen) Zeugnisses begrüße ich
Ich begrüße als weitere Gutachter
Sie werden stellvertretend für uns alle eben das sagen, was man am Ende der Schulzeit unserem Kollegen Manfred Gruner bescheinigen muss.
Ich freue mich, dass dies in einer so großen Schar feierlich gestimmter Gäste geschieht. Bitte seien Sie nachsichtig mit mir, wenn ich nun darauf verzichte, weitere Personen einzeln zu begrüßen.
Sie alle als Repräsentanten besonderer Institutionen, als langjährige Weggefährten, Arbeitskollegen, Elternvertreter oder Mitarbeiter heiße ich herzlich willkommen.
Mein besonderer Dank gilt unseren Schülervertretern und denjenigen Schülerinnen und Schülern, die bei der Ausgestaltung dieser Feierstunde mitwirken. Obwohl die Halbjahresferien in der Region Braunschweig auf das Volumen von nur wenigen Unterrichtsstunden zusammengeschnurrt sind, waren sie ganz selbstverständlich bereit, uns mit ihrer Musik zu erfreuen und auch „hinter den Kulissen“ mitzuhelfen.
Nun wünsche ich unserem Kollegen Gruner einen glücklichen Zeugnistag und uns allen viel Freude in dieser festlichen Runde. –
...
Ihnen, lieber Herr Gruner, möchte ich für die jahrzehntelange exzellente Zusammenarbeit zwischen Orientierungsstufe Leonhardstraße und Wilhelm-Gymnasium sehr herzlich danken!
Bis in den letzten Tag der Schulform „OS“ hinein haben Sie alles daran gesetzt, die Schulpädagogik der beiden Schulen aufeinander abzustimmen, damit sich die einzelnen Schülerinnen und Schüler optimal gefördert sehen konnten. Unter Ihrer Leitung hat die Orientierungsstufe Leonhardstraße den Bildungsauftrag erfüllt, der ihr vom Land Niedersachsen aufgetragen war - dies in ganz besonderer Weise.
Mit derselben Entschiedenheit, Umsichtigkeit und Praxisnähe, mit der Sie Ihre Schule jeden Tag neu realisiert haben, sind Sie auch zur Tat geschritten, als es darum ging, die Orientierungsstufe in die weiterführenden Schulen zu integrieren. Ganz wesentlich haben Sie dazu beigetragen, dass die landesweit diskutierten Risiken der Schulstrukturreform im konkreten Projekt „OS-Leo – Wilhelm-Gymnasium“ überhaupt nicht aufgetreten sind. Als hätten die beiden Häuser schon immer zusammengehört, haben wir am 1.8.2004 mit vereinten Kräften das Wilhelm-Gymnasium der Jahrgänge 5-13 aus der Taufe gehoben.
In dieser neuen Ära haben Sie sich aber keineswegs darauf beschränkt, hier in der Außenstelle den bekannt hohen Organisationsstandard zu wahren, der umso schwerer zu erreichen ist, je komplexer das System wird. Vielmehr haben Sie Ihre große Erfahrung zur Verfügung gestellt, als es im Wilhelm-Gymnasium darum ging, die Jahrgänge 5 und 6 fachdidaktisch und schulpädagogisch zu durchdenken und zu gestalten. Dies hat uns mit Sicherheit vor Irrwegen und Enttäuschungen bewahrt. Unsere jüngsten Schülerinnen und Schüler fanden vom ersten Tag ihres Schulbesuchs an eine Unterstufe vor, die ganz deutlich davon profitierte, dass der Leiter der Außenstelle die Jahrgänge 5 und 6 wie seine Westentasche kennt.
So haben wir vielfältigen Anlass, Ihnen, Herr Gruner, sehr herzlich zu danken und auch dankbar zu bleiben.
Für die schulfreien Jahre, die übermorgen beginnen, wünsche ich Ihnen die Gewissheit, in der Schule das Richtige angestrebt und Wesentliches erreicht zu haben.
Ich wünsche Ihnen Gesundheit und Wohlergehen und ich hoffe, dass Sie die Jahre gemeinsamer Arbeit in allerbester Erinnerung behalten.
An dieser Stelle möchte ich nicht versäumen, Ihnen, verehrte Frau Gruner, für die vielfältige und sicher nicht immer leichte Unterstützung zu danken, die Sie Ihrem Mann und unserem Kollegen haben zukommen lassen. Wieweit gerade die Lehrertätigkeit in die Familie hineinreicht, wissen die meisten der hier Anwesenden recht genau; viele wissen, wie wichtig Unterstützung gerade in einem Beruf ist, der sich tagein, tagaus im Spannungsfeld starker Kräfte befindet.
Auch der Dienstherr dankt!
Er tut dies zum einen durch meine Dankesworte als Schulleiter, zum anderen durch die Urkunde der Verabschiedung in den Ruhestand, die ich Ihnen nun überreiche.
Thamm van Balen