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Cicero und eine gehörige Portion Unterhaltung

13.08.2013: Der Cicero-Kenner Prof. Stroh ist am 20.08.2013 um 18.30 Uhr am WG und hält in der Aula des Haupthauses einen öffentlichen Vortrag, der wohl nicht nur für Latein-Abiturienten 2014 von großem Interesse sein dürfte:

Philosophie und Politik
Ciceros Prooemium zu De re publica im Rahmen seines Lebens und Denkens

Als Politiker, der zugleich Philosoph ist, steht Cicero in der Antike fast einzig da. Dabei wurde dieses Verhältnis in der Neuzeit sehr verschieden beurteilt. Sahen die einen in ihm einen philosophischen Schöngeist, der sich in die Politik verirrt habe, war er für die anderen ein Vollblutpolitiker, für den die Philosophie nur eine Ersatzbeschäftigung sein konnte.

Fragt man nun Cicero selbst, so trifft man auf eine erstaunlich konstante Selbsteinschätzung: Schon früh hielt er sich für einen Politiker, der Platons Ideal des Philosophenkönigs verwirklichen wollte. Gegenüber der Öffentlichkeit konnte er damals, angesichts der Geringschätzung der Philosophie, freilich so nicht auftreten. Und so rückt er im Prooemium zu De re publica zunächst von allen Philosophen geradezu ab. Erst allmählich schlägt auch hier seine wahre Neigung durch. Das Wichtigste hat er allerdings nur Freunden verraten: Die Philosophie sei sein eigentliches Geschäft, die zur Politik nötige Rhetorik nur ein Instrument.

Wilfried Stroh (Jg. 1939) gehört zu den renommiertesten Cicero-Kennern unserer Zeit und ist einer der wenigen, die heute noch fließend Latein sprechen können. Seine Auftritte bescheren dem Publikum nicht nur aufschlussreiche Erkenntnisse über die Antike, sondern regelmäßig auch eine gehörige Portion Unterhaltung.

Fachgruppe Alte Sprachen

 

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