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„Kommen sie oder kommen sie nicht?“
10 Jahre Kooperationsverbund
Hochbegabungsförderung Braunschweig I
Feierstunde am 19.09.2013 – Begrüßung

Wer zu einer Geburtstagfeier einlädt, ist ja immer etwas in Sorge, ob die Gäste auch tatsächlich erscheinen. Sie alle sind heute hier erschienen, Ihr seid hierhergekommen, ich freue mich darüber – und mit mir die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und  Lehrer der Kooperationsschulen. Herzlich willkommen hier in der Aula des Wilhelm-Gymnasiums!

Wer zu einer neuen Art von Schule einlädt, ist natürlich auch sehr gespannt, ob Schülerinnen und Schüler dieses Angebot annehmen, und zwar nicht nur im ersten Jahr, sondern auch in den folgenden Jahren. Nach einem Jahrzehnt der Förderung besonderer Begabungen können wir feststellen: Der Kooperationsverbund Hochbegabungsförderung BS 1 ist eine Erfolgsgeschichte: Die eingeladene Schülerschaft ist erschienen, sie ist geblieben und in ganz hohem Maße nutzt sie das Angebot der Begabungsförderung intensiv und mit Begeisterung.

In den 90er Jahren wurde in der Bildungspolitik mehr und mehr darüber nachgedacht, wie man besonders interessierte und  leistungsfähige Schülerinnen und Schüler in staatlichen Schulen fördern könnte. Es entstand die Idee, denjenigen Schulen, die sich hierfür bereitfanden und geeignet waren, eine solche Aufgabe in einer bestimmten Region zu übertragen.

Mit dem Enthusiasmus von Gründerzeiten setzten sich die Grundschule Comeniusstraße, die Kath. Grundschule Edith Stein, die Grundschule Heinrichstraße, die Grundschule Klint, die Orientierungsstufe Leonhardstraße, das Wilhelm-Gymnasium und  – etwas später – die Kindertagesstätte St Magni zusammen und entwickelten ein Konzept für eine Hochbegabungsförderung, die im staatlichen Bereich bis dato nicht vorhanden war und insofern für die Stadt Braunschweig erst erfunden werden musste.

Im niedersächsischen Kultusministerium war man von unserem Konzept überzeugt. So übertrug man unserem Konsortium zum 01.08.2003 die staatliche Hochbegabungsförderung hier in der Stadt und der Region. Damit war der Weg frei für eine neue Art schulischen und auch bereits vorschulischen Lernens. In den Schulen des Verbunds und in der KiTa St. Magni wurden die Schülerinnen und Schüler zwar immer schon in ihrer Eigenart und ihrem Entwicklungspotenzial anerkannt und gefördert. Nun aber, im Kooperationsverbund, war eine Verschränkung zwischen den einzelnen Bildungsträgern möglich, sodass Kinder und Jugendliche  vom Vorschulalter bis zum Abitur schulformübergreifend gefördert werden konnten.

Es wurde innerhalb der Schulen möglich, den Bildungsgang zu individualisieren und für besonders begabte Schülerinnen und Schüler nach oben zu öffnen – bis hin zum Frühstudium an der TU BS. Möglich wurde eine erweiterte Zusammenarbeit mit besonderen Bildungspartnern der Region weit über das hinaus, was an Schulen bisher üblich war. Möglich wurde nicht zuletzt ein Zusammenwirken der Schule mit den Eltern auf völlig neuem Niveau: Ergänzend zur Förderungsarbeit der Schule entwickelten die Eltern konkrete Unterstützungsmöglichkeiten in Gestalt eines – in Niedersachsen bisher einzigartigen – „Elternnetzwerks Hochbegabungsförderung Braunschweig“.

„Kommen sie oder kommen sie nicht?“ Sie kommen also, die besonders begabten Kinder, die Kinder mit verdeckten Begabungen, die Kinder mit einem Entwicklungspotenzial quer zu den üblichen Schulfächern. Aber auch die anderen Kinder und Jugendlichen kommen nach wie vor gerne an die Kita St. Magni und an die Schulen der Begabungsförderung. Kinder und Jugendliche, die nicht hochbegabt sind, bilden in jedem Fall den größeren Teil unserer Schülerschaft. Dies erklärt sich nicht zuletzt daraus, dass schulisches Nachdenken über Begabungsförderung allen  Schülerinnen und Schülern und allen Elternhäusern zugute kommt:

Eine begabungsfördernde Schule nimmt die Schülerinnen und Schüler in ihrer eigenen Persönlichkeit wahr. Sie fördert alle Schülerinnen und Schüler individuell und mit System. Eine begabungsfördernde Schule glaubt an die besonderen Möglichkeiten der ganzen Schülerschaft.

Stellvertretend für die vielen Projekte der Förderung besonderer Begabungen bei den sechs Kooperationspartnern finden wir hier in der WG-Aula einiges vor:

  • Wir sahen einen Film unseres Forscherteams aus dem 8. Jahrgang über den begabtesten aller Flugkünstler, den Kolibri, der als „Hochbegabter“ unter den Tieren gelten kann. Zu diesem Film-Team, das mit einer Hochgeschwindigkeitskamera unterwegs war, gehören Deborah Diethelm, Dunja Fest, Hannah Knerich und Friederike Zernick.
  • Wir sehen Werke der Bildende Künstlerinnen und Künstler aus dem 4. Jahrgang der Kath. Grundschule Edith Stein, die mit Schülerinnen und Schülern aus dem Kunst-Leistungskurs 11 des Wilhelm-Gymnasiums zusammengearbeitet haben.
  • Wir hörten Tizian Raschpichler am Flügel (Jahrgang 11).
  • Wir hörten und hören noch einmal die Sängerinnen und Sänger der Chorklasse der Kath. Grundschule Edith Stein und des Wilhelm-Gymnasiums aus den Jahrgängen 4, 5 und 6.
  • Und: wir erwarten eine „Spurensuche in der Welt der Bücher“, angeführt von Laura Welle (10c), Lisa Wittmaier (10a) und Herrn Studiendirektor Volker Schad, dem Koordinator unserer Schule für die Begabungsförderung und Sprecher des Kooperationsverbundes.

Allen mitwirkenden Schülerinnen und Schülern darf ich schon jetzt herzlich danken.
Ich danke den Eltern. Ich danke den Lehrerinnen und Lehrern, insbesondere Frau Gildner, Frau Samson, Frau Schlüschen, Frau Schmidt, Frau Wünsch-Baumgarten, Herrn Ewald, Herrn Heydenreich, Herrn Kuttig und Herrn Schad.

Gerhard Thamm van Balen,
Leiter des Wilhelm-Gymnasiums

 

Vortragstext und Bilder

 

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