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„ROMA rückwärts gelesen. Ovids Amores im augusteischen Staat“ – Ein Bericht

22.03.2018: Ob man Latein als tote Sprache betiteln möchte, sei jedem selbst überlassen, aber am Dienstag, den 27.03.2018, wurde eines deutlich: Latein war zumindest einmal die Sprache der Lebenden und, das beschäftigt uns am meisten, der Liebenden.

Niklas Holzberg hat in seinem abendlichen Vortrag „ROMA rückwärts gelesen. Ovids Amores im augusteischen Staat“ ergründet, ob er als Philologe der These, Ovid sei wegen seiner Ars Amatoria ins Exil verbannt worden, zustimmen kann. Denn Ovid gilt nicht nur als großartiger römischer Dichter, sondern auch als Staatskritiker.

In seinen Werken lassen sich immer wieder Anspielungen auf Augustus‘ Ehegesetze, die lex Iulia et Papia, und Spitzen gegen eben jene finden. Niklas Holzberg manifestierte jedoch anhand gewählter Beispiele, dass Ovid wohl – wie anderer Dichter seiner Zeit – vaterlandstreu war und somit lediglich um des Spielens willen mit den Ehegesetzen und dem Götterkult spielte und somit eben auch provozierte.

Niklas Holzberg hat in seinem Vortrag auf eine unterhaltsame Weise Vorschau geliefert, mit welcher Tiefe und Weitsicht ein solcher Text interpretiert werden kann, indem er zum Beispiel Verbindungen zu Vergils Aeneis, Hinweise auf Ereignisse zur Zeit Ovids und Wortspiele aufgezeigt hat, für die im normalen Unterricht einfach die Zeit fehlen würde. Nach dem Vortrag herrschte auf jeden Fall das Gefühl, Ovid als Menschen und Dichter besser kennengelernt zu haben.

Ein gelungener Abend!

Wir danken an dieser Stelle ganz herzlich für die Unterstützung der Maximilian-Garzmann-Stiftung, die jeden Vortrag zu antiken Themen durch Anwesenheit und finanzielle Mittel unterstützt!

Isabel Dralle

 

Fachgruppe Alte Sprachen

 

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