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Schule
Das WG
Seit dem 1. August 1997 ist das Wilhelm Gymnasium ein offenes Ganztagsgymnasium.
Dem ging eine Entscheidung am 1. August 1996 voraus, bei der man sich gegen den
Samstagsuntericht entschieden hatte. Es entstanden einige organisatorische Probleme,
da die Unterichtsstunden auf die verbliebenen fünf Tage verteilt werden
mußten. Daraus ergab sich Nachmittagsunterricht, der wiederum ein erweitertes
Angebot der Schule zur Folge haben mußte.
In der Mittagspause, die von 13.00 - 13.45 Uhr dauert, kann jeder Schüler
etwas in der Schulmensa essen, sich ausruhen oder bei Bedarf Hausaufgaben
bereits jetzt erledigen. Mahlzeiten werden nun noch reichhaltiger in der Mittagszeit angeboten.
In Zusammenarbeit mit Vereinen und unter erhöhtem Zeitaufwand für das
Lehrpersonal konnte das Angebot der Arbeitsgemeinschaften
erheblich erweitert werden. Unter anderem entstanden AGs im
Sportbereich wie Baseball, Volleyball, Handball, Tennis, Badminton und Hockey. Im
Musischen Bereich existieren schon seit Jahren das Orchester, der Chor und die Theater. Dazu
kommt jetzt die AG Musical. Aus dem handwerklichen Bereich seien die AGs Stoffe
gestalten, Nähen und Modellbau.
Ein besonderer Bereich, der jetzt im Rahmen des offenen Ganztagsgymnasiums eine vermehrte
Förderung erfährt, ist "Jugend forscht". Schon immer haben
WG-Schüler in allen Bereichen sich hier engagiert und hervorgetan. Nun haben
sie die Möglichkeit dies intensiver als je zuvor zu tun.
Es wurden desweiteren auch Förderkurse eingerichtet, die
Hausaufgabenhilfe in verschiedenen Fächern umfassen. Kontakt zu
Mitschülern kann in der ebenfalls geschaffenen Freizeitzone ausgebaut
werden. Dort können sich die Schüler mit Hilfe eines Spielerausweises,
den man kostenlos im Sekretariat beantragen kann, Spiele ausleihen. Sämtliche
Angebote sind auf freiwilliger Basis, jedoch wurde anhand einer Umfrage
der Schüler deutlich, daß reges Interesse an diesen Angeboten
besteht.
Warum überhaupt ein offenes Ganztagsgymnasium?
In der heutigen Zeit sind viele Eltern berufstätig und somit ergibt sich
für die Schule ein erweiterter Erziehungsauftrag in Zusammenarbeit mit den
Eltern. Schule darf sich nicht gegen den Rest der Gesellschaft abgrenzen, sondern
sollte sich außerschulischen Institutionen - wie z.B. Vereinen öffnen.
Der erweiterte Erziehunganspruch an die Schule erfordert auch eine Erweiterung
des zeitlichen Umfangs zur Bewältigung des ganzheitlichen pädagogischen
Auftrags. Das erfordert vor allem von den Lehrern ein Umdenken, die Aufgabe
von veraltetem egozentrischem Gedankengut und eine Öffnung zur neuartigen
Zusammenarbeit mit den Schülern. Die Schüler wiederum müssen
ihrerseits ein Engagement über das normale hinaus zeigen.
Das offene Ganztagsgymnasium soll zur Persönlichkeitsentwicklung beitragen. Das
Hauptziel ist, intensiven Kontakt zwischen Schülern, Eltern und Lehrern zu
schaffen. Die Schule soll nicht nur als Lehranstalt verstanden werden, sondern
auch ein Freizeitangebot bieten, bei dem sich Schüler und Lehrer unter
anderen Voraussetzungen treffen.
Das Wilhelm Gymnasium als kleine, eher übersichtliche Schule mit Tradition
hat gute Voraussetzungen für die Umwandlung in ein offenes Ganztagsgymnasium. Von
jeher identifizieren sich Schüler, Eltern und Lehrer mit der Schule und
bilden die "WG-Familie". Es herrscht eine persönliche Atmosphäre und
man ist bereit sich zu engagieren.
Durch das Appellieren an die Mitarbeit und Mitgestaltung der Schüler
bei der Umsetzung des offenen Ganztagsgymnasiums wird deren soziales Verantwortungbewußtsein
gefördert und es wird dadurch ein umfassenderer pädagogischer Auftrag
erfüllt. Die Schüler sollen nicht nur Fakten lernen und von verschiedenen
gesellschaftlichen Strukturen hören, sondern diese in einem kleineren Umfang erfahren.